Life is short. Play more.

Der Flug durchs Leben. Viel zu schnell. Merkst Du leider erst viel zu spät, dass Du zu lange gewartet hast. Wie lautet der Titel von Deinem nächsten Kapitel?

Der Flug durchs Leben. Viel zu schnell. Dieser verdammt geile Youtube-Film. Du merkst leider erst viel zu spät, dass Du zu lange gewartet hast. Dieses Kurzvideo, das ich bei einem Vortrag zum ersten Mal gesehen habe, ist auf den ersten Blick einfach nur cool. Sehr witzig gemacht.

 

https://www.youtube.com/watch?v=im0OBRs4UxY

 

Wie die Mutter bei der Entbindung presst und presst und auf einmal kommt der Säugling rausgeschossen. Wie eine Kanone und fliegt im Zeitraffer und gleichzeitig gefühlter Überschallgeschwindigkeit durch die Luft und schreit und schreit und vor lauter Schreien bemerkt er so gut wie gar nichts von dem Abenteuer, von dieser unendlich spannenden Reise durchs Leben beziehungsweise durch die Wolken und kommt sofort in seinem als Greis in seinem Grab an. Deckel zu. Aus die Maus.

Fazit: „Life is short. Play more.“ Es würde mich brennend interessieren, was dieser bemitleidenswerte Mann in seinem ach so kurzen Leben alles denkt. Wahrscheinlich viel zu viel. Kommt er überhaupt einmal dazu, den Blick über den Wolken zu genießen? Die Kälte des Gegenwindes oder die Sonnenstrahlen auf seiner nackten Haut? Sieht er überhaupt, was da unter ihm so alles abgeht? Was da genau passiert? Wohl kaum. Er schafft es vor lauter Geschrei und Geschwindigkeit noch nicht einmal, irgendjemanden kennenzulernen, geschweige denn eine Beziehung zu einem Mitmenschen aufzubauen. Warum schreit er überhaupt so laut? Will er einfach, wie so viele von uns, die Scheuklappen noch weiter dichtmachen? Sich abschotten und am Spielfeldrand sitzen bleiben? Die Opferrolle annehmen und den anderen die Schuld geben? Die Hebamme, die Mutter und den Gynäkologen dafür verantwortlich machen, dass das Leben so kurz ist wie ein Wimpernschlag? Vielleicht noch die Thermik für den schlechten Flug? Im realen Leben sind dann die Eltern, das höre ich in meinen Therapiestunden zumindest immer wieder oder die Geschwister schuldig. Dann natürlich die Lehrer, die Kollegen und die Konjunktur, die Politik, das Wetter und überhaupt. Skandal! Ich hätte es wirklich zu etwas bringen können.

Schon seit Menschengedenken, wurden auch die abenteuerlichsten Versuche unternommen, fliegen zu können. Seit etwas mehr als 100 Jahren haben wir das Privileg, in einen Flieger zu steigen und von oben die Welt zu bestaunen. Wäre es nicht schön, wenn man das im Laufe seines Lebens hin und wieder genießen könnte? Ist das Leben vielleicht nichts anderes als eine Flugreise? Wie schön und wie abenteuerlich sie werden kann, hast Du zum Großteil selbst in der Hand.  Enjoy your flight. Wünscht Dir floskelhaft jedes Flugunternehmen. Drehe den Spieß um und mach es Dir selbst zur Maxime, Dein Leben zu einem unbeschreiblichen, atemberaubenden und sinnstiftenden Dasein zu führen. So wie es die Sportfreunde Stiller in ihrem Song „Hurra, wir fliegen“ besingen:

„Der Raum um uns ist so unendlich weit. Was war und sein wird spielt keine roll

ich bitte um erhöhte Gelassenheit. Denn nichts und niemand hat nun mehr über uns die Kontrolle. Wir schweben völlig schwerelos. Hurra wir fliegen,

was für ein Blick! Hurra, wir fliegen, mit 'nem bisschen Glück, ist irgendwo zwischen Raum und Zeit hoffentlich ein Platz für uns reserviert.“

 

Sicher einen Versuch wert.